Be Careful What You Remove
There has been a lot of talk recently about the 25th Amendment and Donald Trump.
It’s as if removing Trump would solve all the problems and people would breathe a sigh of relief.
No way.
A vice president would step up in his place—and that is where the real danger lies.
I’m looking at the vice president, J. D. Vance.
Because that is where I sense the real danger—
for the American people, and beyond.
Not because he is louder.
But because he isn’t.
This is where critical thinking is needed.
He has expressed admiration for Viktor Orbán—
a leader who did not dismantle a system overnight,
but reshaped it gradually from within.
Courts weakened.
Media brought under control.
Opposition pushed to the margins.
Not overnight.
Step by step.
And always with language that sounded reasonable.
Order. Tradition. Stability.
Vance has argued that the greatest danger is not external enemies,
but problems within Western societies themselves.
That sounds thoughtful at first.
But look closer.
It shifts attention away from external threats
and places suspicion on democratic institutions—
courts, elections, the press—
the very structures meant to protect a society.
He speaks about “free speech” and warns against “misinformation laws.”
Again, it sounds right.
But where is the line
between protecting speech
and removing safeguards against manipulation?
He questions elections.
He questions the role of courts.
And it doesn’t come across as chaos.
It comes across as argument.
Because this is how it works—
not by forcing people,
but by convincing them.
And there is something else.
Fear.
Pointing to instability.
Emphasizing what could go wrong.
Creating a sense that only strong leadership can keep things under control.
Or framing immigration primarily in terms of crime, drugs, and disorder.
The reality is quieter.
People don’t leave their country or their families lightly.
They work hard to build a life
and to support the ones they left behind.
But that reality does not create fear.
And fear is easier to use.
Trump creates resistance.
People push back.
Vance does not trigger the same reaction.
He passes through more easily.
That is the difference.
So when people talk about the 25th Amendment as if it solves something,
I hesitate.
Because the real question is not who people resist.
The real question is:
Who can do more damage without being stopped?
Because the real danger is not always what people resist.
It’s what they slowly begin to accept.
German Version
Sei vorsichtig, was du entfernst
In letzter Zeit wird viel über den 25. Verfassungszusatz und Donald Trump gesprochen.
Es wirkt fast so, als würde seine Absetzung alle Probleme lösen und die Menschen könnten endlich aufatmen.
So einfach ist es nicht.
Ein Vizepräsident würde seinen Platz einnehmen –
und genau dort liegt die eigentliche Gefahr.
Ich schaue auf den Vizepräsidenten, J. D. Vance.
Denn dort nehme ich die größere Gefahr wahr –
für die amerikanische Bevölkerung und darüber hinaus.
Nicht, weil er lauter ist.
Sondern weil er es nicht ist.
Hier ist kritisches Denken gefragt.
Er hat wiederholt Sympathie für Viktor Orbán geäußert –
einen Politiker, der ein System nicht über Nacht zerstört hat,
sondern es schrittweise von innen umgeformt hat.
Gerichte wurden geschwächt.
Medien unter Kontrolle gebracht.
Die Opposition an den Rand gedrängt.
Nicht plötzlich.
Sondern Schritt für Schritt.
Und immer mit einer Sprache, die vernünftig klang.
Ordnung. Tradition. Stabilität.
Vance hat argumentiert, dass die größte Gefahr nicht von äußeren Feinden ausgeht,
sondern aus den westlichen Gesellschaften selbst kommt.
Das klingt zunächst durchdacht.
Aber schaut man genauer hin,
verschiebt sich der Blick weg von äußeren Bedrohungen
hin zu einem Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen –
Gerichten, Wahlen, der Presse –
also genau jenen Strukturen, die eine Gesellschaft schützen sollen.
Er spricht von „Meinungsfreiheit“ und warnt vor Gesetzen gegen „Desinformation“.
Auch das klingt zunächst richtig.
Doch wo verläuft die Grenze
zwischen dem Schutz freier Rede
und dem Abbau von Schutzmechanismen gegen Manipulation?
Er stellt Wahlen infrage.
Er stellt die Rolle der Gerichte infrage.
Und es wirkt nicht wie Chaos.
Es wirkt wie Argumentation.
Denn so funktioniert es –
nicht durch Zwang,
sondern durch Überzeugung.
Und da ist noch etwas.
Angst.
Der Verweis auf Instabilität.
Das Betonen dessen, was alles schiefgehen könnte.
Das Erzeugen eines Gefühls, dass nur starke Führung die Kontrolle behalten kann.
Oder eine Darstellung von Einwanderung, die vor allem Kriminalität, Drogen und Unordnung betont.
Die Realität ist leiser.
Menschen verlassen ihre Heimat und ihre Familien nicht leichtfertig.
Sie arbeiten hart, um sich ein Leben aufzubauen
und die zu unterstützen, die sie zurückgelassen haben.
Doch diese Realität erzeugt keine Angst.
Und Angst lässt sich leichter nutzen.
Trump erzeugt Widerstand.
Menschen reagieren.
Vance löst nicht die gleiche Reaktion aus.
Er kommt leichter durch.
Das ist der Unterschied.
Wenn also vom 25. Verfassungszusatz gesprochen wird,
als würde er ein Problem lösen,
zögere ich.
Denn die eigentliche Frage ist nicht,
wem Menschen widerstehen.
Die eigentliche Frage ist:
Wer kann mehr Schaden anrichten, ohne gestoppt zu werden?
Denn die größte Gefahr ist nicht immer das,
wogegen sich Menschen wehren.
Sondern das,
was sie langsam beginnen zu akzeptieren.
